Der Deutsch-Französische Garten die einzige größere, deutsche Parkanlage in der Formensprache der 50er und 60er Jahre. Heute wird der Garten als Kulturgut der Nachkriegsjahre verstanden und führt damit eine Gartenbautradition weiter, die bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurückreicht.
Rund um den Deutschmühlenweiher führt ein weitmaschiges Wegenetz, das die einzelnen Gartenpartien miteinander verbindet. Im terrassenförmig angelegten Garten am Silberahorn sind interessante Einzelbäume, wie Sumpfzypresse, Sicheltanne oder Japanzeder, Christusdorn, Amberbaum und Trompetenbaum aus den Anfangszeiten noch erhalten.
Die regionale Bedeutung des Deutsch-Französischen Gartens liegt aber nicht nur in seiner gärtnerischen Anlage, sondern auch in der Geschichte des Deutschmühlentals. Schon vor dem Ersten Weltkrieg war das Tal mit dem Deutschmühenweiher ein überaus geschätztes Ziel für Ausflüge.
Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurde das Gelände ein Teil des Schlachtfeldes der Spicherer Höhen. Mit dem Bau des Westwalles im Zweiten Weltkrieg wurden im Bereich der heutigen Parkanlage mehrere Bunker angelegt und eine Panzersperre, die sogenannte 'Höcker-Linie', deren Fundamente unterirdisch durch das Mockental verlaufen.
Um auch symbolisch den politischen Graben zwischen Franzosen und Deutschen zuzuschütten, begannen intensive Verhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland, dem Saarländischen Wirtschaftsministerium und der Französischen Botschaft. Ziel war es, gemeinsam eine Gartenschau zu initiieren, um die Freundschaft beider Länder in der gemeinsamen europäischen Entwicklung zu bekunden.
Die Deutsch-Französische Gartenschau 1960 wurde eröffnet unter der Schirmherrschaft des damaligen Bundeskanzlers Dr. Konrad Adenauer und des französichen Ministerpräsidenten Michel Debré. Heute sind noch einige wichtige Bausteine der Gartengestaltung aus den 50er und 60er Jahren erhalten.
Quelle: www.saarbruecken.de


